Zeit für ein bisschen Witchy Beauty Business!
Hände hoch? Wer von euch hat Brustspannen während den Tagen vor den Tagen? Seit ich vor einigen Jahren die Pille absetzte und sich mein Zyklus langsam einpendelte, musste ich mich zwangsläufig an das Prämenstruelle Syndrom, also PMS, gewöhnen. Mit der Pille war das nie ein Thema. Aber seitdem beginnt direkt nach dem Eisprung das monatliche Brustspannen für mich. Es hört erst an dem Tag auf, an dem ich meine Menstruation bekomme. Neben der Beobachtung meiner Temperatur, dem Muttermund und dem Zervixschleim, ist das Brustspannen für mich also jeden Monat ein weiterer Indikator, um zu bestimmen in welcher Phase meines Zyklus ich mich gerade befinde.
Trotzdem ist das natürlich ganz schön uncool, weil es nervt und weh tut. Nach dem ich mit meiner Frauenärztin abklärte, dass es sich wirklich um normales Brustspannen handelt, habe ich begonnen nach Möglichkeiten zu suchen, wie ich mir diese Zeit leichter machen kann. Gute Erfahrungen habe ich mit Lavendeleinreibungen gemacht und kann zur innerlichen Anwendung außerdem Mönchspfeffer empfehlen. Nach einem gelungenen Versuch mit selbstgemachten Brustöl, bin ich vor ein paar Tagen in meiner Kräuterecke verschwunden und kam erst mit meinem fertigen “Boobie Balm” wieder. 😀
Shub Niggurath, Mother of a thousand young!
“Mother of a thousand young” – Benannt nach Shub Niggurath, einer Kreatur aus dem Hause Lovecraft. Shub ist eine ziemlich groteske Fruchtbarkeitsgöttin, die allerlei Abscheulichkeiten zur Welt brachte. Garantiert hätte sie einen “Boobie Balm” benötigt! Ihr wisst ja, dass ich auf Horror und Gruselkram stehe und so nutze ich meine selbstgemachten Sachen am allerliebsten, wenn sie irgendwie ein tolles kleines Konzept haben. Obwohl es eigentlich nur für mich selbst ist. Fühlt sich schöner an, wenn die Döschen und Fläschchen alle toll aussehen.
Die benutzten Grafiken sind frei verwendbar und von Zero Mostel entworfen.

Rezept: Boobie Balm
- 60 Gramm Sonnenblumenöl
- 30 Gramm Sheabutter, unraffiniert
- 10 Gramm Carnaubawachs
- 2 Gramm Frauenmantel, getrocknete Blätter
- 2 Gramm Lavendel, getrocknete Blüten
- 2 Gramm Salbei, getrocknete Blätter
- 20 Tropfen ätherisches Lavendelöl (z.B. von Farfalla oder Primavera)
Außerdem:
- Saubere Hände, saubere Umgebung und sauberes Zubehör
- Ein kleiner Topf mit Wasser
- Zwei Gefäße aus Glas
- Trichter
- Filter bzw. Seihtuch (z.B. Nussmilchbeutel, Leinen- oder Baumwolltuch, Kaffeefilter)
- Stab oder Löffel zum umrühren
- Feinwaage
- Leere Tiegel oder Döschen zum Abfüllen
- Optional Spatel
Im Prinzip ist die Herstellung ziemlich genau so wie die meines “Inhale good shit, exhale bull shit”-Balms. Dort bin ich auf die einzelnen Schritt nochmal genauer eingegangen.
1. Das Sonnenblumenöl, die Sheabutter und die getrockneten Kräuter werden abgewogen und in einem Wasserbad erhitzt.
2. Ein Gefäß mit Schraubdeckel ist sinnvoll. Das Wasser darf nicht kochen. Es genügt, wenn es zuerst leicht blubbert und dann auf niedrigster Stufe ein bis zwei Stunden auf dem Herd bleiben kann. Die Stoffe lösen sich aus den Pflanzen und gehen in das Öl über.
3. Dann werden die Kräuter abgeseiht.
4. In der Zwischenzeit kann das Carnaubawachs langsam und auf niedriger Stufe im Wasserbad erhitzt werden. Es wird ziemlich schnell flüssig, aber noch schneller wieder hart, sobald die Temperatur sinkt.
5. Das Öl und das Wachs werden im Topf miteinander vermischt.
6. Zum Schluss folgen die zwanzig Tropfen Lavendeöl. Mehr würde ich allerdings nicht hinein rühren. Am Besten startet ihr bei zehn bis fünfzehn und gebt zur Not nochmal nach.
7. Dann wird das noch flüssige Balsam in die zuvor vorbereiteten Tiegel abgefüllt. Deckel drauf und beschriften nicht vergessen!
Es kommt stets auf das Haltsbarkeitsdatum der von euch verwendeten Zutaten und auf die Hygiene beim Herstellen an, wie lange der Boobie Balm hält. An sich sollte er mehrere Monate haltbar sein. Sobald sich die Konsistenz verändert, er ranzig riecht oder ihr euch unsicher seid, lieber nicht mehr verwenden. Verlängert wird die Haltbarkeit, wenn der Balm im Kühlschrank aufbewahrt wird.
Bis zu drei Mal täglich oder immer, wenn einem der Sinn nach steht, kann der Boobie Balm auf die spannenden und schmerzenden Brüste aufgetragen werden. Ich mache das am Liebsten vorm Schlafen gehen, weil der Lavendel sehr beruhigend auf mich wirkt und ich somit gleich etwaigen Einschlafproblemen entgegen wirken kann.

Die verwendeten Kräuter
Frauenmantel (Alchemilla xanthochlora) wirkt adstringierend, entzündungshemmend und schmerzstillend.
Salbei (Salvia officinalis) wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Haarkräuterkalender im Mai: Kamille, Salbei, Huflattich & Schachtelhalm (+Video)
Lavendel (Lavandula angustifolia) wirkt entspannend, beruhigend, krampflösend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Haarkräuterkalender im Juli: Beruhigender Lavendel (+ DIY Gesichtswasser)
Die erste Version dieses Balms war ein Öl, was ich zusätzlich mit Löwenzahn, Schafgarbe und Rotklee ansetzte. Diese drei Kräuter würden den Balm ebenfalls gut ergänzen und lassen sich auch miteinander austauschen.
Disclaimer: Bei starken Beschwerden oder Auffälligkeiten an der Brust, sowie bei Allergien oder während der Schwangerschaft oder Stillzeit, am Besten lieber eine gynäkologische Praxis aufsuchen und sich beraten lassen. Mein Boobie Balm soll unterstützend wirken, kann eine ärztliche Behandlung aber nicht ersetzen.
Ich freue mich auf euer Feedback und besonders über eure Erfahrungen! Habt einen schönen Sonntag.


