Theorie: Haarwäsche und ein bisschen Chemie

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Keine Sorge, ich möchte euch jetzt nicht erklären wie man sich am Besten die Haare wäscht. Ich muss davon ausgehen, dass ihr das alle schon vor vielen Jahren so ungefähr beigebracht bekommen habt. Heute geht es viel mehr kurz und knapp über das Wasser was wir alle zum Waschen verwenden und das Zusammenspiel mit diesem, den Produkten und unseren Haaren.

Unsere Kopfhaut, das Wasser und auch die Produkte haben alle einen eigenen PH-Wert. Vielleicht könnt ihr euch nicht mehr erinnern, aber ich bin mir sicher wir alle haben damals darüber etwas im Chemie-Unterricht gelernt. Ich gebe zu, ich musste mein Wissen vor einiger Zeit auch auffrischen. Der PH-Wert bestimmt die Wasserstoffionenkonzentration. Mit Hilfe einer Skala von 0 bis 14 lässt sich der PH-Wert in sauer bis basisch einteilen. Ich habe hier für eine kleine Grafik gebastelt um das Ganze zu verdeutlichen.

Um sich entsprechend um seine Haare zu kümmern, ist es wichtig zu verstehen wie sich der PH-Wert auf Haut und Haar auswirkt. In der Regel hat das Kopfhaar einen optimalen PH-Wert zwischen 4,5 und 5,5, ist also eher als sauer einzuordnen. Unsere Kopfhaut produziert Sebum, welches ein ganz natürliches Haaröl ist, unsere Haut und Haare vorm Austrocknen schützt und zudem auch den PH-Wert wieder neutralisiert. Die Produkte und das Wasser welches wir verwenden, beeinflussen den natürlichen PH-Wert unserer Kopfhaut und unserer Haare. Seife, Natron und viele Shampoos sind basisch und trocknen unsere Haare schnell aus. Durch zu heißes Wasser und basische Produkte werden die Haare brüchig, die Schuppenschicht schließt sich nicht richtig. Unsere Haare erscheinen dadurch weniger glänzend und kraftvoll. Auch Haarfärbemittel sind hoch basisch. Einzuordnen sind sie auf der Tabelle ab Wert 7. Um nach einer Wäsche den PH-Wert auszugleichen, ist es ratsam eine Spülung zu nutzen. Spülungen und „Rinsen“ (siehe Artikel) sind nämlich sauer.

Manchmal befinden sich auf Kosmetik auch Hinweise zum PH-Wert des Produkts. Oft zu finden sind Bezeichnungen wie PH-Neutral. Dies entspricht nicht etwa der Bezeichnung PH-Hautneutral. PH-Neutral ist der Wert um 7, PH-Hautneutral hingegen ist 5,5. Um Haarpflegeprodukte gegebenfalls zu überprüfen, kann man sich in der Apotheke Teststreifen für Kosmetika besorgen. Jeweils einen Teststreifen pro Produkt, dann alle PH-Werte zusammenrechnen und durch die Anzahl der getesteten Produkte teilen. Benutze ich bei einer Haarwäsche also zum Beispiel Seife mit einem PH-Wert von 9,7 und eine Spülung mit einem Wert von 3,5 dann liegt der PH-Wert bei 6,6. Optimal wäre er aber natürlich bei 5,5.

Letztendlich spielt aber natürlich auch der PH-Wert des Wassers eine Rolle. Der liegt in der Regel zwischen 6 und 8,7. So viele Zahlen, fühlt ihr euch auch schon so arg an Schulunterricht erinnert wie ich? (⊙_⊙‘)

 

Wasserhärte und Chlor

Je nach Wohnort variiert die Qualität unseres Wassers. In manchen Gegenden ist das Wasser so hart, dass sich überall im Badezimmer und auch in den Haaren Kalkrückstände finden lassen. Und oft ist das Wasser auch mit Chlor zugesetzt, was es nicht nur für die Haare schädlich macht, sondern auch nicht sonderlich attraktiv als Trinkwasser fungieren kann. Ich bin zugegeben leidenschaftliche Leitungswassertrinkerin. Kohlensäurehaltiges Wasser dient höchstens als dringende Erfrischung im Hochsommer. Zu faul und zu geizig bin ich dann auch noch. Ich habe aber schnell gemerkt, dass sich die Leitungswasserqualität nicht nur geschmacklich sehr von Ort zu Ort unterscheidet. Deshalb habe ich kürzlich um eine Analyse bei unseren Wasserwerken gebeten. Das kann Jeder von euch teilweise ganz einfach via Internet erledigen. Ich bekam sehr schnell via Email eine genaue Antwort.

Für unsere Haare kann das nun ganz Unterschiedliches bedeuten. Unsere Haare sind alle ganz verschiedenes Ausgangsmaterial, so kann es sein, dass einige von uns mit hartem Wasser und andere wiederrum mit weichem Wasser besser zurecht kommen. Wer nun nicht mit geeignetem Wasser gesegnet ist, kann durch Pflegeprodukte das Defizit ausgleichen. Ist das Wasser für das Haar zum Beispiel zu hart, ist es möglich das Haar mit Ölen zu stärken. Als kleines Fazit, habe ich wieder eine kleine Grafik gebastelt.

Wie hat euch die kleine Exkursion in den Chemieunterricht gefallen? Wie sieht eure optimale Pflege für euer Haar aus?