
Freitagnacht war es so kalt, dass ich auf dem Weg nach Hause einen dicken Pullover überziehen musste. Er ist also endlich da. Der Herbst! Endlich. Meine allerliebste Zeit im Jahr ist endlich endlich da. Und deshalb widme ich diesen Artikel nur dir, Herbst. <3
Die beste Atmosphäre zum Lesen
Für mich ist der Herbst auch immer die Jahreszeit in der ich zurück blicke, mich sortiere und an meine Wurzeln denke. Ich beschäftige mich mit meiner Familiengeschichte, denke an Samhain an meine Vorfahren und lese jeden Herbst ein Buch, welches sich mit der Geschichte vorangegangener Generationen beschäftigt. Dieses Jahr habe ich mich für “Herbstmilch” von Anna Wimschneider entschieden, die 66 Jahre alt war, als ihr autobiographisches Buch 1985 veröffentlicht wurde. Ursprünglich schrieb sie es, weil sie ihre Erfahrungen und ihre Lebensgeschichte für ihre Kinder festhalten wollte. Ich habe das Buch vor vielen Jahren von meiner Tante geerbt, die leider schon sehr früh starb, aber die sich mit der Autorin verbunden fühlte. Beide waren Frauen, die auf einem Bauernhof groß wurden und meine Tante hätte Anna Wimschneiders Tochter sein können. Für mich war es deshalb sehr spannend ihre Anekdoten zu lesen und sie mit dem zu vergleichen, was mir meine Großeltern damals erzählten.
Die Zeit war für Anna Wimschneider, deren Mutter starb, als sie acht Jahre alt war, unerträglich hart. Denn sie war nun die älteste Frau im Haus und musste sich um ihre acht Geschwister und ihren Vater kümmern. Sie erfuhr viel Schreckliches und Tag und Nacht war sie gezwungen zu arbeiten. Für ihre Familie und den Hof. Als dann auch noch der zweite Weltkrieg ausbrach und ihr Mann eingezogen wurde, wurde ihr Leben nur mehr tragischer. Und trotzdem ist ihr Schreibstil ein leichter. Ernste Ereignisse erscheinen wie Normalität und nicht wie dramatische Spitzen.
Ich bin in einer Familie groß geworden, in der Menschen danach beurteilt wurden, wie hart sie arbeiten können. Das war oberste Priorität und diese verschwindet nur langsam aus den Köpfen meiner Verwandten. Durch “Herbstmilch” von Anna Wimschneider habe ich noch ein bisschen mehr Verständnis dafür gesammelt und kann nun noch mehr erahnen, weshalb meine Familie so ist wie sie ist.
“Die Kinder stießen mich an und sagten, aber Mutti, schlaf doch nicht immer beim Essen ein. Ich war so müde, dass ich nur den einen Wunsch hatte, einmal in meinem Leben möchte ich ausschlafen dürfen, nur ein einziges Mal.”
– Herbstmilch (Seite 138), Anna Wimschneider
Danke, Herbst, dass du mir das perfekte Lese-Ambiente mit Kuscheldecke, Tee und schummrigen Licht bescherst.

Veganes Weihnachtsgebäck
Wir Veganer*innen klammern uns eben an jeden Strohhalm den wir bekommen können. Und wenn das bedeutet, dass es eine neue vegane Süßigkeit im Supermarkt gibt, die auch noch begrenzt erhältlich ist, dann rennen wir halt los und bunkern. Ganz egal, ob es sich dabei um weihnachtlichen Lebkuchen handelt und es eigentlich gerade mal Ende September ist.
Vielleicht kennt ihr dieses Gefühl sehr gut, wenn ihr euch durch die Süßigkeiten-Aufsteller der Saison wühlt, sämtliche Inhaltsstofflisten studiert und in jedem einzelnen Lebkuchen-Produkt Butterreinfett oder gar Hühnereier zu finden sind. Ich hatte das deshalb vor wenigen Jahren aufgegeben, um nicht ständig frustriert aus dem Laden zu stampfen. Aber als das Bat-Sig… äh Vegan-Signal am Himmel über Kassel auftauchte und sich die Neuigkeit über veganen Lebkuchen wie ein Lauffeuer verbreitete, musste gehandelt werden!
Die Lebkuchen sind von der deutschen Lebkuchenfabrik Weiss aus Neu-Ulm und sind mit Zartbitterschokolade überzogen. In einer Packung sind gleich 500 Gramm, in Form von Herzen, Brezeln und Sternen. Die Zutaten sind folgende:
Weizenmehl, Glukose-Fruktose-Sirup, Zucker, Kakaomasse, Kakaobutter, Karamellzuckersirup, Gewürze, Backtriebmittel: Dinatriumdiphosphat, Natriumhydrogencarbonat, Kaliumcarbonat; Emulgator: Soja-Lecithine; Salz
(Kann Spuren von Schalenfrüchten, Ei, Milch, Sesam und Erdnüssen enthalten.)
Lebkuchen schmeckt eben auch im Herbst sehr sehr köstlich. Fall – Dearest friend with yummy yummy christmas-benefits.

Die Farben
Warme, erdige und leuchtende Farben überall. <3 Und ich habe den passenden veganen Nagellack (5-free) dazu gefunden! “Fall in Love” von SpaRitual heißt nicht nur perfekt, sondern hält eben auch genau das was er mit diesem Titel verspricht. Er gehört zu meinen neuen Lieblingslacken und wird mich sicher den gesamten Herbst und darüber hinaus begleiten. “Fall in Love” ist ein Rotbraun, beinahe Kupfer, mit rotem und grünen Schimmer. Nagellack-Geeks, helft mir, ist das schon Duo-Chrome? 😀


Das einzige Manko, und das habe ich bei SpaRitual-Lacken leider immer, ist die Deckkraft. Um ein solches Ergebnis zu erhalten, braucht es auf jeden Fall mindestens zwei Schichten, besser aber drei. Mit Unter- und Überlack bin ich da viel zu lange beschäftigt. Glücklicherweise hält er dafür ziemlich gut und die erste Tipp-Wear hatte ich nach drei Tagen.
Falls ihr herbstliche Farben ebenfalls liebt, schaut euch den Nagellack ruhig mal genauer an.
Lange Spaziergänge im Wald
Im Wald spazieren gehen, mit den Stiefeln durch das Laub hüpfen und dem Rascheln und dem Wind in den Blättern lauschen. Was gibt es Schöneres? Und dann dieser Geruch! Im Herbst duftet der Wald einfach am Besten.

Letzte Woche war ich mit Henrik im Müller in Kassel und dort gibt es eine ziemlich umfangreiche Naturkosmetik-Abteilung, weshalb wir da gerne mal etwas länger stöbern. Henrik blieb an einem Aufsteller kleben, der mir ganz neu war. ManCave gibt es erst seit 2010, wobei die ersten Produkte 2012 auf den Markt kamen. Das britische Start-up zielt auf männliche Kundschaft ab, wie unschwer am Namen und auch am Marketing zu sehen ist. Die Verpackungen der naturkosmetischen und veganen Produkte sind braun und tragen alle das ManCave-Logo, das wie ein Wappen gestaltet ist. “Natural Defence for Man” steht hinten auf der Verpackung. Weiter unten ist das Leaping Bunny-Logo von Cruelty Free International, was die Marke als tierversuchsfrei kennzeichnet.

Inhaltsstoffe Cedarwood Duschgel: Aqua (Water), Cocamidopropyl betaine, Sodium cocoamphoacetate, Glycerin, Decyl glucoside, Aloe barbadensis leaf juice, Sodium chloride, Parfum (Fragrance), Bulnesia sarmientoi wood oil, Rosmarinus officinalis (Rosemary) leaf oil, Lavandula hybrida oil, Cedrus atlantica bark oil, Abies sibirica oil, Eucalyptus globulus leaf oil, Citrus aurantifolia (Lime) oil, Artemisia herba-alba oil, Origanum majorana herb oil, Juniperus communis fruit oil, Piper nigrum (Pepper) fruit oil, Thymus vulgaris (Thyme) flower/leaf oil, Abies balsamea extract, Melaleuca alternifolia (Tea tree) leaf oil, Arginine, Xanthan gum, Caramel, Phenoxyethanol, Acrylates /C10-30 alkyl acrylate crosspolymer, Benzoic acid, Dehydroacetic acid, Sodium hydroxide, Potassium sorbate, Citric acid, Benzyl salicylate, Coumarin, Hexyl cinnamal, Limonene, Linalool, Alpha-isomethyl ionone
Wir nahmen das Cedarwood-Duschgel mit. Mit seinem waldigen Duft schreit es so sehr nach Herbst, dass ich mich selbst in der Dusche nun ein kleines bisschen wie im Wald fühle. Aber auch nur ein kleines bisschen.

